#05 Wusstet ihr schon?

So nach einem Monat Sommerpause geht es mit dem nächsten Beitrag weiter. „Wusstet ihr schon was nach der Starterlaubnis passiert?“ Ja im Grunde ist diese Frage leicht zu beantworten – man startet natürlich. Dabei muss man bei einem Segelflugstart aber einiges beachten und was da alles dazugehört, wollen wir euch in diesem Beitrag zeigen.

Wenn das Schleppseil befestigt ist, die Fläche des Seglers angehoben und die Starterlaubnis erteilt wurde geht es los! Der Pilot der Schleppmaschine schiebt langsam den Gashebel nach vorne und kommt zum Rollen – der Segelflieger bleibt stehen, denn das Schleppseil wird zunächst vorsichtig ausgezogen. Sobald das Seil straff ist, funkt der Segelflugpilot das Kommando „Seil straff“. Daraufhin gibt die Motormaschine Vollgas und der gesamte Schleppzug kommt ins Rollen. Durch die Strömung die dabei entsteht kann der Segelflugpilot mithilfe seiner Ruder die Maschine genau hinterher steuern und hebt ungefähr bei der Mitte der Landebahn ab. Dabei meldet er „Frei“. Dicht am Boden wartet er darauf, bis die Schleppmaschine ebenfalls abhebt und sie gemeinsam nach oben steuern können.

Während des Schlepps gibt es zahlreiche Dinge zu beachten. Als Segelflugpilot muss man immer genau hinter der Motormaschine herfliegen, damit die Stabilität und Sicherheit des Schlepps gewährleistet ist. Das ist oft gar nicht so einfach, da man von den Wetterverhältnissen und Luftbewegungen beeinflusst wird. Diese gleicht man mit den Ruderbewegungen aus. Dabei ist es wichtig, dass man als Segelflugpilot nie zu hoch fliegt, da man sonst die Motormaschine anhebt. Das kann dazu führen, dass die Strömung abreist und das Schleppflugzeug in eine unsichere Fluglage kommt. Mithilfe unserer Fluglehrer, lernen wir aber genau in welchem Rahmen wir uns bewegen können, um zu jeder Zeit eine sichere Fluglage zu gewährleisten.

Ein weiterer ganz wichtiger Punkt während des Schlepps, aber auch danach, ist die Luftraumbeobachtung. Sobald man abhebt, muss man sich regelmäßig rundherum umsehen. Nach oben, nach unten, nach links und nach recht. Dabei wird der umliegenden Luftraum genau analysiert und geprüft ob sich noch weitere Flugzeuge in der Nähe befinden. Das Kollisionswarnsystem „FLARM“ hilft uns dabei.

Wenn der Segelflugpilot bei seiner gewünschten Höhe angekommen ist, gibt er der Schleppmaschine Bescheid. „QB – 10 Gas weg“. Daraufhin nimmt der Motorpilot das Gas raus, damit das Seil nicht mehr auf Spannung ist. Der Segelflugpilot klingt aus und dreht nach rechts weg. „Ausgeklingt, Seil frei“ lautet es per Funk. Daraufhin fliegt die Schleppmaschine etwas nach links weg, damit keine Kollisionsgefahr besteht, zieht in der Luft das Seil ein und landet.

Für den Segelflugpiloten geht nun der offizielle „Segelflug“ los. Jetzt kann er durch die Luft gleiten, aufsteigende Luft (Thermik) suchen und sich wieder nach oben arbeiten.

Damit ihr euch das ganze besser vorstellen könnt haben wir ein kleines Video für euch. Es zeigt den Start der Schulungsmaschine mit Flugschüler und Fluglehrer. Viel Spaß beim anschauen und wenn ihr Fragen habt, dann schreibt uns einfach!
E-Mail:   fsv.homepage@web.de

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