#04 Wusstet ihr schon?

Wusstet ihr schon was alles vor einem Segelflugstart passiert?

Als erstes muss man sich das Flugzeug so einrichten, wie man es benötigt um damit sicher fliegen zu können. Jeder hat ganz individuelle Elemente, auf die er achten muss. Je nach Größe und Gewicht kann das unterschiedlich sein. Dabei benötigt man unter anderem Kissen oder eine Sitzschale. Dazu muss man die Länge der Pedale, sowie das Mindest- und Maximalgewicht berücksichtigen. Hierfür gibt es Bleigewichte, um die zulässige Masse zu erreichen. Das ist ein wirklich wichtiger Punkt in der Fliegerei. Wenn die Masse nicht eingehalten wird, verschiebt sich der Schwerpunkt, weswegen sich der Flieger nicht mehr sicher und kontrolliert steuern lässt. In der Schulungsmaschine beträgt das Gewicht mindestens 75 kg. Anschließend zieht man einen Rettungsfallschirm an, der zur Sicherheit dient, falls es in der Luft zu Komplikationen kommt. Auf unserem Fluggelände war das aber noch nie der Fall. Wenn das Flugzeug fertig ist, packt man noch seine Karten, den Segelflugschein und das Bordbuch in die Maschine und fragt per Funk bei der Flugleitung an, ob man in die Startbahn darf. Wenn die Erlaubnis erteilt ist, schieben rund drei bis vier Personen den Segelflieger auf die Bahn. Dort wird er ausgerichtet und die Haube geöffnet. Der Pilot setzt sich mit Fallschirm, Sonnenbrille und Kopfbedeckung in das vorbereitete Flugzeug. Mithilfe seiner Kameraden werden ihm die Anschnallgurte gereicht und der Sitz des Fallschrims kontrolliert. Ein guter Sitzt im Flieger ist sehr wichtig, damit es zu keiner ungewohnten Situation in der Luft kommt.

Dann erfolgt der Startcheck. Er beginnt mit der Kontrolle von Fallschirm und Gurt und geht weiter zu einem blauen Hebel auf der linken Seite. Dabei werden die Bremsklappen ausgefahren und auf ihre Einsatzfähigkeit kontrolliert. Anschließend kommt das Instrumentenbrett. Der Pilot spricht dabei laut jedes Instrument durch und kann so mögliche Fehler entdecken bzw. vermeiden. Falls euch das mehr interessiert: Hier
In den letzten Schritten wird die Trimmung nach vorne geschoben und der Haubennotabwurf wiederholt. In diesem Zug werden auch die Außenlandemöglichkeiten bei einem Seilriss durchgesprochen. Das ist wichtig, damit der Pilot im Fall der Fälle weiß wie er reagieren muss. Als letzter Schritt wird noch die Ruderfreigängigkeit erprobt – und dann kann es auch schon los gehen. Die Haube wird verriegelt und der Pilot gibt seinem Kameraden, der an der Fläche steht, das Zeichen, dass er sie anheben kann. So sind beide Fläche gleich hoch in der Luft. Dann kommt der Funkspruch „QB – 10 abflugbereit“ Darauf antwortet die Schleppmaschine „Hienheim – QB startklar, Piste 11“ und zu guter letzt meldet sich die Flugleitung und erteilt die Erlaubnis „QB – Hienheim Schleppzug klar, Piste 11.“

Das war ein kleiner Einblick in die vielen Aufgaben die ein Pilot vor dem Start erledigen muss. Beim nächsten Mal schauen wir uns an, was wohl nach der Starterlaubnis passiert.

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